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Letztes Update: 05.06.2004

Einsteins spezielle Ehe-Theorie: "Tu, was ich dir sage!"

In Gefühlsfragen war das mathematische Genie ein Despot - Privatbriefe werden versteigert

Die dunkle Seite eines hellen Kopfes kam in einem von Albert Einsteins 400 Brivatbriefen, die bei Christie's in New York nächsten Monat versteigert werden sollen, jetzt zu Tage. Danach war das mathematische Genie ein Despot in Gefühlsfragen. Im April 1914 schrieb Einstein, frisch ernannter Direktor des Physikalischen Instituts an der Berliner Universität, seiner ersten Frau Mileva Maric einen Brief, in der er die Regeln ihres Ehelebens festlegte. Darin heißt es wörtlich:

"A. Du hast Sorge zu tragen, daß: 1. du meine Kleidung und Wäsche sauber hälst; 2. mir drei Mahlzeiten am Tag in meinem Raum servierst; 3. mein Schlaf- und Arbeitszimmer immer aufräumst und dabei aufpaßt, daß niemand außer mir die Sachen auf meinen Schreibtisch anrührt."

Außerdem verlangte der damals 35jährige Einstein, der bereits eine heimliche Liebesaffäre mit seiner Cousine Elsa unterhielt, die er später am Valentinstag 1919 heiratete:

"B. Du wirst alle persönlichen Verbindungen zu mir aufgeben, es sei denn, du mußt bei öffentlichen Auftritten dabei sein. Vor allem wirst Du nicht verlangen: 1. daß ich mit dir zu Hause sitze; 2. daß ich mit dir ausgehe oder mit dir verreise."

Einstein, der ohnehin die meiste Zeit an seiner Allgemeinen Relativitätstheorie arbeitete, die er schließlich 1915 veröffentlichte, ging in seinen drastischen Forderungen noch einen Schritt weiter.

"Du versprichst vor allem, die folgenden Punkte genau zu beachten: 1. Du wirst keine Zuneigung von mir erwarten und mir deshalb keine Vorwürfe machen; 2. Du hast sofort zu antworten, wenn ich mit dir spreche; 3. Du hast mein Schlaf- und Arbeitszimmer sofort und ohne Protest zu verlassen, wenn ich dich bitte zu gehen; 4. Du wirst versprechen, daß du mich nicht in den Augen der Kinder verunglimpfen wirst, weder mit Worten noch mit Taten."

Wenige Monate, nachdem Mileva den Brief erhalten hatte, nahm sie ihre Söhne Eduard und Hans Albert zurück nach Zürich. Sie kehrte nie wieder an die Seite ihres Mannes zurück.

Die Briefe sollen vor der Versteigerung am 10. und 11. November in Jerusalem ausgestellt werden und anschließend in Berlin (12. und 13.) und Zürich (14. und 15.11.) zu sehen sein.

Aus: unbekannt, wahrscheinlich "Berliner Morgenpost"