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Letztes Update: 05.06.2004

Der Schlafende muß erwachen: Dune

"Dune übrigens wird eines Tages in die Filmgeschichte eingehen:
als verkanntes, genial gescheitertes Meisterwerk."

Claudius Seidl, in: Steadycam

Der Erfolg von The Elephant Man machte den Namen David Lynch mit einem Schlag einem Millionenpublikum bekannt, und ebenso plötzlich wurde das ehemalige Enfant terrible auch für die Hollywood-Produzenten interessant. Francis Coppola, damals noch Herr über ein eigenes Studio, nahm Kontakt mit Lynch auf und bot ihm an, Ronnie Rocket zu produzieren. Lynch: "Ich hatte mein Büro in seinem Studio, und er sagte: 'Wann kommst Du mal vorbei und erzählst mir die Geschichte von Ronnie Rocket?' Francis ist ein seltsamer Typ. Er wollte sich hinsetzen, die Augen schließen, und ich sollte ihm dann die Geschichte wie eine Gute-Nacht-Geschichte erzählen. Er hatte das Drehbuch zwar gelesen, aber ich glaube, ihm war nicht alles hundertprozentig klar. Ich liebte dieses Studio. Ich weiß nicht, ob diese Sache völlig präpotent war oder ob es hätte funktionieren können. Ich glaube, die ganze Idee von Coppolas Studio war zu schön, um wahr zu sein. Am Ende ging ich einfach nicht mehr hin. Es war vorbei, jeder wußte es, jeder konnte es sehen." Der Konkurs von Coppolas Zoetrope-Studios zwang Lynch dazu, Ronnie Rocket auf Eis zu legen. (Es sollte nicht das letzte Mal sein, daß dieses Projekt auf derartige Weise platzte.)

Die Sache tat David Lynchs Wunderkind-Status allerdings keinen Abbruch, und so konnte er schon bald unter zwei neuen lukrativen Angeboten wählen. Zufälligerweise handelte es sich bei beiden um Science-fiction-Filme: George Lucas wollte Lynch als Regisseur für den dritten Teil seiner Star Wars-Saga, Return of the Jedi (Die Rückkehr der Jedi-Ritter), und Dino De Laurentiis schlug ihm vor, für ihn Frank Herberts Roman Dune (Der Wüstenplanet) zu verfilmen - jenes Buch, aus dem Lucas sich übrigens bei dem Entwurf seiner Star Wars-Welten großzügig bedient hatte. David Lynch: "George Lucas setzte sich mit mir genau zur gleichen Zeit in Verbindung wie George, und ich mußte eine große Entscheidung fällen. George war großartig. Er ist hier eine Legende zu Lebzeiten, und sosehr ich ihn mochte, erkannte ich, daß seine Projekte seine Projekte sind, und ich will meine eigenen Projekte machen. Der Film war schon fertig in Georges Kopf. Es hätte keinen Unterschied gemacht, wenn ich ihn gemacht hätte. Er hätte genauso ausgesehen, wie er jetzt ist."

Selten hat ein Buch eine Literaturgattung derart in ihren Fundamenten erschüttert wie Frank Herberts Dune das Science-fiction-Genre. Dieses 1965 erstmals erschienene Monumentalepos setzte nicht nur neue Maßstäbe, es wurde zur Herausforderung für alle, die sich mit Science-fiction beschäftigten. Im Dezember 1963 wurden die ersten Kapitel von Dune in der amerikanischen Zeitschrift Analog veröffentlicht. Obwohl der Roman mit seiner außergewöhnlich komplexen und spannenden Geschichte schon damals großes Aufsehen erregte, dauerte es mehrere Jahre, bis er sich auf dem Buchmarkt durchsetzte. Dann, mitten in einem Jahrzehnt der gesellschaftlichen Auseinandersetzung, war Frank Herberts Zeit gekommen. Seine phantastische und furchterregende Welt, in der über Generationen währende Machtkämpfe, genetische Manipulationen, Drogen und religiöse Rituale eine ebenso wichtige Rolle spielen wie der uralte Glaube an einen Erlöser - diese Welt wurde plötzlich als kraftvolle Metapher aktueller politischer und ökologischer Probleme gesehen. Frank Herbert, der ursprünglich nur "ein Buch über die messianischen Einflüsse auf die menschliche Gesellschaft" machen wolte, war mit 13 Millionen verkauften Exemplaren über Nacht zum Kultautor geworden.

Der Stoff - inzwischen ein internationaler Bestseller - schien eine Verfilmung zu erzwingen. Nachdem in den späten sechziger Jahren der erste Versuch einer Leinwandadaption am Tod des Produzenten Arthur P. Jacobs (Planet of the Apes) gescheitert war, erwarb 1975 der in Chile geborene Regisseur Alejandro Jodorowsky (bekannt durch seine Kultklassiker El Topo und Montana Sacra) die Rechte an Frank Herberts Roman. Von dem reichen Franzosen Michel Seydoux finanziell unterstützt, schrieb Jodorowsky sein eigenes Drehbuch. er sah in Dune "die Geschichte eines Mannes, der seinen Geist auf ein Höchstmaß trainiert, aber als er den Höhepunkt erreicht, jeglichen Kontakt zu seinen Mitmenschen verliert. Um diesen Kontakt wiederzufinden, versucht er, die ganze menschliche Art auf sein überlegenes Niveau zu bringen."

Diesem großen epischen Ansatz entsprechend, wollte Jodorowsky unter Mitwirkung prominenter Künstler wie Salvador Dalí, H.R. Giger, Ron Cobb, Chris Foss und Jean "Moebius" Giraud ein visuelles Kinoereignis schaffen. Dan O'Bannon, Autor von Alien, Blue Thunder (Das fliegende Auge) und Dark Star, sollte die Spezialeffekte des Films inszenieren. Bei den Schauspielern gab es Vorverträge mit Orson Welles (als Baron Harkonnen), David Carradine (als Planetologe Dr. Kynes), Salvador Dalí (als Herrscher) und Charlotte Rampling (als Lady Jessica). Das Budget war auf 9,5 Millionen Dollar kalkuliert. aber da bereits zwei Millionen Dollar in der Vorproduktionsphase ausgegeben worden waren, ging, als die Bauten, Kostüme und Spezialeffekt-Konstruktionen bereits in Arbeit waren, das Geld aus. Jodorowsky sah sich nicht in der Lage, neue Finanzquellen zu erschließen, und das anspruchsvolle Unternehmen mußte eingestellt werden.

1978 begann sich der Produzent Dino de Laurentiis, der damals gerade die Projekte Flash Gordon und Conan the Barbarian (Conan, der Barbar) entwickelte, für Dune zu interessieren. Die Rechte am Roman wechselten den Besitzer. Noch im selben Jahr kehrte De Laurentiis zur Quelle zurück und beauftragte niemand anderen als Frank Herbert damit, das Drehbuch zu entwickeln. Die 175 Drehbuchseiten, die Herbert ablieferte, fanden aber keine Zustimmung. Nachdem De Laurentiis den Roman noch dreimal gelesen hatte, entschied er sich zunächst, einen Regisseur mit einer starken visuellen Begabung zu engagieren und sich dann nach einem brauchbaren Drehbuch umzuschauen.

So engagierte er im Januar 1980 den Regisseur Ridley Scott, der nach seinem damals gerade erschienenen Film Alien als heißer Tip galt. Er sollte den dritten Anlauf zu einer Dune-Verfilmung anführen. Scott richtete sein Quartier in den Londoner Pinewood-Studios ein, engagierte H.R. Giger als Produktionsdesigner und war bald dabei, Herberts Roman in eine Serie von Storyboard-Zeichnungen und andere Bilder umzusetzen. Jetzt fehlte nur noch das Drehbuch. Scott führte Gespräche mit einer Reihe von Autoren, bis er sich schließlich für Rudolph Wurlitzer entschied, der sich mit den Drehbüchern zu Two-Lane Blacktop (Asphaltrennen) und Pat Garret and Billy the Kid (Pat Garret jagt Billy the Kid) einen Namen gemacht hatte. Innerhalb von 8 Monaten wurden drei Drehbuchversionen angefertigt, die jedoch in der Hauptsache daran scheiterten, daß sie sich in grundlegenden Dingen zu sehr von Frank Herberts Original unterschieden. In der Folge gab Scott im Dezember 1980 Dune zugunsten von Blade Runner auf, und auch Wurlitzer stieg aus dem Projekt aus.

Dino De Laurentiis suchte weiter nach einem visuellen Talent, bis er schließlich im Frühjahr 1981 auf David Lynch stieß. "Als mir Dino die Mitarbeit an Dune anbot, bin ich, um ehrlich zu sein, eigentlich mehr aus reiner Neugierde zu ihm gegangen. Ich erwartete, einen Mann zu treffen, mit dem ich es nicht länger als ein paar Minuten aushalten könnte. Aber dann entdeckte ich, daß Dino Filme wirklich liebt", äußerte sich Lynch vor Beginn der Dreharbeiten. "Er ist viel sensibler, als man denkt, und er produziert so viele Ideen, daß man nicht anders kann, als sich mitreißen zu lassen. Sicher, er ist ein sturer Mensch, und seine Methode mag manchmal falsch sein, aber immerhin ist er jemand, der versucht, die Dinge vorwärts zu bewegen, anstatt sie zu zerstören." Lynch weiter: "Ich bin nicht gerade verrückt nach Science-fiction und hatte, bevor ich den Film übernahm, Dune nie gelesen. Aber als ich damit konfrontiert wurde, hat es mich schlichtweg umgehauen. Nicht nur ein Abenteuer. In mancher Hinsicht ist der Roman eine echte Alternative zu diesen normalen Science-fiction-Filmen mit Raumschiffen und Laserpistolen, die man normalerweise sieht. Dune hat glaubwürdige Charaktere und eine Menge Tiefgang. Das ist mehr als nur oberflächlicher Reiz. Herbert hat sozusagen eine Abenteuergeschichte von großer emotionaler und physischer Substanz geschaffen. Und auf Substanz lege ich großen Wert. Ich liebe es, fremdartige Welten zu betreten, und in Dune gibt es gleich vier davon. Der Roman ist voll von Visionen, Träumen und Stimmungen, und ich freue mich darauf, all diese Aspekte auf die Leinwand zu bringen."

Im Mai 1981 zog Lynch in ein Büro auf dem Gelände der Universal-Studios, um mit der Vorproduktion zu beginnen. Im Juni nahm er sich dann das Drehbuch vor. Dafür begab er sich mit seinen Co-Autoren Eric Bergen und Christopher De Vore, mit denen er bei The Elephant Man gute Erfahrungen gemacht hatte, auf die nach ökologischen Gesichtspunkten betriebene Farm von Frank Herbert im Staate Washington. Dort wurde Dune in allen Einzelheiten diskutiert. Das Gebot der Stunde lautete, sowohl die ungeheure Bilderwucht als auch die komplexe Erzählstruktur des Romans zu erhalten. David Lynch: "Ich wußte, daß, sosehr ich mich auch anstrengte, ich nicht allen Interpretationen dieses Buches gerecht werden könnte. Ich konnte mich nur auf meinen Instinkt verlassen. Aber ich habe mich bemüht, die Charaktere und Passagen der Geschichte, die für mich Dune ausmachen, so nah wie möglich an der Vorlage zu belassen."

Lynch, Bergen und De Vore schrieben einige Monate lang an einer ersten zweihundertseitigen Rohfassung des Drehbuchs. Dieser erste Versuch war schon weitgehend gelungen - das Skript enthielt die wesentlichen Episoden und Charaktere, und es verband Herberts zungenbrecherisches Vokabular mit leinwandgerechter Handlung. Aber es war viel zu lang und hätte einen vierstündigen Film ergeben. Jetzt begann die mühevolle Arbeit, so viele Episoden wie möglich zu streichen, ohne am Kern der Handlung irgend etwas zu verändern. Nach der dritten Version stiegen De Vore und Bergren aus dem Projekt aus, und Lynch arbeitete allein weiter. die 135 Schreibmaschinenseiten lange siebte Drehbuchfassung wurde am 9. dezember 1982 endgültig akzeptiert. "Zahlreiche Sequenzen stammen komplett aus dem Roman und wurden mit Fingerspitzengefühl in Drehbuchform verwandelt; die Dialoge sind oft wörtlich übernommen", berichtet Paul M. Sammon, der Einsicht in das Drehbuch hatte. "Lynch hat es auch geschafft, jene surrealen mechano-biologischen Momente einzubauen, die sich schon in seinen früheren Filmen finden, vor allem in seiner Beschreibung von Giedi Prime, einem ekelerregend überindustrialisierten Planeten, auf dem die bösen Harkonnen leben. Charakteristisch für Lynch ist auch die Schilderung der von der Droge hervorgerufenen Halluzinationen, die in Herberts Roman nur andeutungsweise erwähnt werden."

Dune war nicht das einzige Drehbuch, mit dem sich David Lynch 1981/82 beschäftigte. Inzwischen hatte er nämlich mit De Laurentiis eine Abmachung über fünf Filme getroffen, die für die nächsten Jahre außer Dune noch folgende Projekte vorsah: Blue Velvet, Ronnie Rocket, Dune II und Dune III. Eine erste Drehbuchfassung von Blue Velvet entstand, und Produzent Richard Roth, der das Projekt für De Laurentiis betreute, erwog kurzzeitig, Lynch auch mit der Regie zu Red Dragon zu betrauen, einem Drehbuch, das Walon Green nach dem Roman von Thomas Harris geschrieben hatte und in dem Hannibal Lecter und Jack Crawford, die Hauptgestalten aus Harris' späterem Bestseller The Silence of the Lambs (Das Schweigen der Lämmer), auftauchen. (Nicht Lynch, sondern Regisseur Michael Mann wird den Harris-Stoff unter dem Titel Manhunter vier Jahre später für Roth und De Laurentiis realisieren.)

In dieser Zeit hatte David Lynch so viel zu tun, daß sein Privatleben entsprechend zu kurz kam. Seine Frau Mary zog mit dem kleinen Austin, der 1982 geboren wurde, nach Charlottesville, Virginia, wo sich die Lynchs ein Haus in der gleichen Straße wie Jack Fisk und Sissy Spacek gekauft hatten. Kurz darauf ließen David und Mary sich in gegenseitigem Einvernehmen scheiden.

Noch während er am Drehbuch zu Dune arbeitete, ging Lynch bereits daran, die Planeten, Maschinen und Menschen von Dune visuell umzusetzen. Kurz nachdem er in die Universal-Studios gezogen war, ernannte er Anthony Masters, der für die Bauten in Stanley Kubricks 2001 - A Space Odyssey (2001 - Odyssee im Weltraum) verantwortlich gewesen war, zu seinem Produktionsdesigner. Im Mai 1982 stieß Bob Ringwood (Excalibur) als Kostümdesigner zum Team, und im selben Monat wurde der Astronomiekünstler Ron Miller als Produktionsillustrator eingeflogen. Nach eingehenden Planungen zog die Gruppe schließlich im September 1982 nach Mexico City in die Churubusco-Studios, wo der Rest des künstlerischen Stabes zu ihr stieß, darunter zwei bewährte Mitarbeiter Lynchs: Freddie Francis, für den The Elephant Man das Comeback als Kameramann gewesen war (er hatte inzwischen für Karel Reisz The French Lieutenant's Woman [Die Geliebte des französischen Leutnants] gedreht), und Tongestalter Alan Splet.

Gegen seine Gewohnheit, ein Projekt nach den eigenen Vorstellungen auszurichten, übergab Dino De Laurentiis die auf 45 Millionen Dollar kalkulierte Produktion an seine Tochter Raffaella, die bereits bei Conan the Barbarian als Koproduzentin fungiert hatte.

Am 30. März 1983 begannen in den Churubusco-Studios in Mexico City die Dreharbeiten; Autor Frank Herbert ließ es sich nicht nehmen, bei der Verfilmung seines Romans höchstpersönlich die erste Klappe zu schlagen. Herbert hatte sich von Lynchs Drehbuch sehr angetan gezeigt und ermunterte ihn nun, sich mit seinem Roman alle Freiheiten zu leisten, die er für nötig befinden würde. Er hatte Vertrauen zu Lynch, denn er wußte, daß der Regisseur dem Geist seines Buches treu bleiben würde, und ließ ihm deshalb völlig freie Hand.

Aber wo der Roman sich auf 600 Seiten über die Geschichte der einzelnen Herrschaftshäuser und Religionen auslassen, tiefschürfend ins soziologische, ethnologische, ökologische und geologische Detail gehen kann, da muß es im Kino genügen, wenn in den ersten zwei Minuten eine junge Frau Struktur und Gesetz dieser "Welt außerhalb unserer Erfahrung und jenseits unserer Vorstellungskraft", wie die Werbeschlagzeile später lauten wird, in ihren Grundzügen umreißt. Namen und Begriffe werden dem hoffnungslos überforderten Zuschauer - ob Herbert-Kenner oder nicht - in Rekordzeit einzuimpfen versucht: "Sie müssen wissen", erzählt Prinzessin Irulan (Virginia Madsen), deren Kopf vor einem Sternenhimmel erscheint wie das Bild von John Merricks Mutter am Ende von The Elephant Man, "daß wir uns im Jahr 10191 befinden. Das bekannte Universum wird regiert von Padischah Imperator Shaddam IV., meinem Vater. Die allerwichtigste Substanz im Universum ist die Spice-Melange. Das Spice verlängert das Leben. Das Spice erweitert das Bewußtsein. Das Spice ist lebenswichtig für die Raumfahrt. Die Raumfahrtgilde und ihre Navigatoren, die das Spice über 4000 Jahre physisch verändert hat, benutzen das Spice-Gas, das ihnen die Fähigkeit verleiht, den Raum zu krümmen. Das heißt, in jeden Teil des Universums zu reisen, nur durch Gedankenkraft. Ach ja, ich vergaß, Ihnen eins zu sagen: Das Spice existiert nur auf einem einzigen Planeten des ganzen Universums, einem einsamen, trockenen Planeten mit weiten Wüsten. Versteckt in den Felsen dieser Öde lebt ein Volk, bekannt als 'Fremen'. Von alters her hat es eine Prophezeiung überliefert, daß ein Mann kommen werde, ein Messias, der es in wirkliche Freiheit führen wird. Der Planet ist Arrakis, auch bekannt als 'Dune', der Wüstenplanet." Nach den Haupttiteln geht es gleich weiter mit Informationen, die diesmal von einer Off-Stimme und entsprechenden Schaubildern vermittelt werden: "Ein Geheimbericht der Raumfahrergilde. Im Verdacht einer Verschwörung, die das Ziel hat, die Spice-Gewinnung zu sabotieren, stehen vier Planeten: Arrakis, die Quelle der Spice-Droge; Caladan, Heimatplanet der Atreides; Giedi Prime, Heimatplanet des Hauses Harkonnen; Kaitain, Heimatplanet des Imperators des uns bekannten Universums. Schickt einen Gildennavigator dritten Grades nach Kaitain. Er soll vom Imperator Aufklärung über die Verschwörung erlangen. Das Spice muß fließen!"

Der Besuch des Gildennavigators dritten Grades im Palast des Imperators (José Ferrer), die erste eigentliche Sequenz des Films, ist eines der wenigen wirklichen Glanzlichter von Dune, einer jenen Momente, die nicht nur ahnen lassen, was Lynch an Bildern und Stimmungen für den gesamten Film vorgeschwebt haben mag, sondern die jenseits aller technischen Kompromisse von überwältigender Kraft und Magie sind: In den Thronsaal des Imperators schiebt sich, begleitet von etlichen Navigatoren ersten Grades (kahlköpfige Männer in schwarzen Uniformen), ein riesiges, schwarzglänzendes Gebilde, das wie ein tonnenschwerer Sarkophag aussieht. Die Seitenwände gleiten zurück und geben den Blick auf einen Tank frei, in dem ein Wesen mit elephantösem Kopf, verkümmerten Ärmchen und wurmartigem Körper schwimmt: Der Navigator dritten Grades ist nach dem Baby aus Eraserhead und dem armen John Merrick in The Elephant Man das dritte Geschöpf in David Lynchs Kabinett der wundersamen Wesen. Bezeichnenderweise taucht der Navigator bei Frank Herbert erst im zweiten Band, Dune Messiah (Der Herr des Wüstenplaneten), auf, aber Lynch wollte auf diese Figur, die sich so wunderbar in das Universum dieses Regisseurs einreiht, auf keinen Fall verzichten. Die Verwandtschaft des Monstrums mit den Kreaturen aus Lynchs früheren Filmen wird dadurch unterstrichen, daß Lynch auch hier mit Zwischenschnitten auf ein einzelnes Auge arbeitet, und die Großaufnahme des Mundes, der eigentlich mehr an andere Körperöffnungen erinnert, findet in Eraserhead und The Elephant Man ebenfalls ihre Entsprechung. Später, auf dem Flug von Caladan nach Arrakis, wird man einen Navigator dritten Grades im Innern eines Raumschiffes herumschwimmen sehen, aber dann hat er weniger Ähnlichkeit mit einem Elefantenkopf, dem man die Haut abgezogen hat, als mit einer Kaulquappe: So ist alles nur eine Frage des Maßstabs.

Mit dieser grandiosen Eröffnungssequenz hat Lynch schon so viel Pulver verschossen, daß der Suspense, mit dem er das Auftauchen der in der Wüste von Arrakis lebenden gigantischen Sandwürmer ähnlich behutsam vorbereitet wie den Anblick von John Merricks unverhülltem Kopf in The Elephant Man, nur in einer Enttäuschung enden kann: Im Gegensatz zum Navigator wirken die Würmer nie organisch, sondern synthetisch-mechanisch, da sie nichts an sich haben, was auch nur entfernt an existierende Lebensformen erinnert. Und auch ein Gefühl der Bedrohung mag sich nicht einstellen: Zwar heißt es im Dialog, die Würmer würden bis zu mehreren hundert Metern lang, aber wie kann sich ein Gefühl für die Größe einstellen, wenn man nichts sieht als einen Wurm und viel Sand? Wenn Paul Atreides (Kyle MacLachlan) dann auch noch lernt, stehend auf den Würmern zu reiten, wird die Sache nur noch unfreiwillig komisch. Der kleine, durch simplen Stopptrick bewegte Wurm aus Henry Spencers Tabernakel in Eraserhead - diese bittere und zugleich doch tröstliche Erkenntnis wird Lynch irgendwann gekommen sein - hatte auf den Betrachter jedenfalls eine ungleich verstörendere Wirkung als Carlo Rambaldis Millionen Dollar teures Luxusgeschöpf.

Was David Lynch an Dune so gereizt hatte, nämlich das Evozieren von vier verschiedenen fremden Welten in einem einzigen Film, funktionierte ebenfalls nicht so, wie er es sich erhofft haben mag. Establishing Shots von einer jeweiligen Dauer von wenigen Sekunden reichen einfach nicht aus, um die spezifische Beschaffenheit von Caladan oder Giedi Prime zu vermitteln, zumal alle anderen Szenen - außer denen auf dem Wüstenplaneten - in Innenräumen spielen. Wo beispielsweise Giedi Prime "ekelerregend überindustrialisiert" sein soll, ist auf der Leinwand einfach nicht auszumachen. So definieren sich die unterschiedlichen Planeten hauptsächlich über ihre Bewohner und deren Eigenschaften.

Baron Harkonnen (Kenneth McMillan) ist in der Tat ekelerregend: Sein Gesicht ist von eitrigen Beulen und Furunkeln übersät, die ein Arzt (Leonardo Cimino) in aller Ruhe aufsticht und entleert. Rabban (Paul Smith), der Neffe des Barons, zerquetscht per Hebeldruck eine Maus in einem Glas und saugt mit einem Strohhalm genußvoll den Saft auf, als handele es sich um ein Erfrischungsgetränk (dieses Detail kommt in Herberts Roman nicht vor). Der fette Baron hat die Angewohnheit, durch die Luft zu schweben, angeblich, weil er zu dick und zu schwer ist, um zu laufen, aber die Wirkung im Film ist natürlich gegenteilig, denn etwas schwebendes Rundes suggeriert nun einmal eher etwas Leichtes als etwas Schweres.

Die abstoßendste Szene des Films beginnt damit, daß ein ängstlicher blonder Junge hereingeführt wird, der künstliche lila Tulpen zu ein paar anderen auf einem Tischchen stellt; der Baron beäugt den Knaben lüstern, läßt sich, an der Decke schwebend, zunächst mit Öl berieseln, schießt dann auf sein Opfer hinunter wie ein Raubvogel, betatscht ihm mit der Linken das hübsche Gesicht, zieht mit der Rechten den sogenannten Herzstöpsel heraus, den alle Bewohner auf Giedi Prime tragen, und beugt sich schließlich in tödlicher Umarmung über den sterbenden Jungen. Widerlich ist das ganze freilich weniger durch die Mischung aus verschmiertem Öl und spritzendem Blut auf den Eiterpickeln des Barons als durch das wenig inspirierte Vermengen von Degeneration, Vampirismus und Homosexualität.

Paul Atreides, der noch nicht weiß, daß er Kwisatz Haderach, der Auserwählte, ist, träumt von Arrakis, noch bevor er diesen Planeten betreten hat: abstrakte Formen, dann ein grinsender Jüngling (Sting) mit orangefarbenem Haar, der sagt, er werde ihn töten, ein Planet, von dem Paul weiß, daß es "der zweite Mond" ist, ein Tropfen, der in Zeitlupe auf eine spiegelglatte Wasseroberfläche fällt, schließlich das Antlitz eines jungen Mädchens (Sean Young), das die Worte spricht: "Erzähl mir von deiner Heimatwelt, Usul!". Träume spielten, wie man gesehen hat, schon in Eraserhead und The Elephant Man eine große Rolle, aber erst in Twin Peaks wird Lynch sie wieder so einsetzen wie in Dune: als prophetische Visionen, die sich nach und nach bewahrheiten, als Bilderrätsel, die man weniger mit dem Kopf lösen kann als mit dem Bauch. Kyle MacLachlan ist in beiden Träumen der Schlafende.

Was von Pauls Träumen in Dune noch zu sehen ist, vermittelt aber nur eine Ahnung davon, was Lynch eigentlich vorschwebte und was mit großem technischen Aufwand auch realisiert wurde, aber nie in den fertigen Film Eingang fand. So gab es einige Einstellungen, die dem Betrachter das Innere des Körpers gezeigt hätten, bestimmte Stellen in Pauls Gehirn. Barry Nolan, verantwortlich für die photographischen Spezialeffekte des Films: "Das sind zum Teil ganz kurze Visionen. Einige sind völlig abstrakt, andere durchaus entschlüsselbar. Es gibt Kollagen aus Modelltricks und normalen Szenen, aus Schnipseln der verschiedensten Art. Einige davon wurden eigens für diese halluzinatorischen Träume gedreht, andere Einstellungen mußten aus anderen Szenen des Films ausgeliehen werden. In einer dieser Traumsequenzen haben wir mit 19 Original-Negativen gleichzeitig gearbeitet, damit sie endlich so aussah, wie David Lynch es sich vorstellte."

Auf Arrakis wird Pauls Schwester Alia geboren, die im Mutterleib bereits das gesamte Wissen der Bene Gesserit, eines uralten Ordens mystischer Frauen, erhält. Lynch zeigt in der Szene, in der die schwangere Lady Jessica (Francesca Annis) das Wasser des Lebens absorbiert, um die Nachfolge der Ehrwürdigen Mutter Ramallo (Silvana Mangano) anzutreten, Aufnahmen des im Fruchtwasser schwimmenden Fötus. Daraus ergibt sich eine interessante thematische Assoziation zu The Elephant Man: Alia (Alicia Roanne Witt), die wir als kleines Kind wiedersehen werden, wenn sie dem Imperator in der Sprache der Erwachsenen mitteilt, wer ihr Bruder wirklich ist, wird im Bauch ihrer Mutter zu einem "mentalen Freak", wie John Merrick im Bauch seiner Mutter zu einem physischen Freak wird, und bei beiden läßt das Äußere nichts von ihrer wahren Seele ahnen.

Alias Geburt wurde zwar gedreht, aber ebenfalls im fertigen Film nicht verwendet. Lynch hatte zeigen wollen, wie das weise Kind noch als Fötus auf die Welt kommt, körperlich noch unterentwickelt, aber geistig bereits eine Bene Gesserit. Wie bei seinem Geschwisterchen in Eraserhead handelte es sich natürlich auch bei diesem Baby um eine mechanische Puppe. Gebaut wurde sie von Carlo Rambaldi: "Der Fötus war das erste Geschöpf, an dem ich gearbeitet habe. Wenn das Baby aus dem Mutterleib kommt, bewegt es seine Armmuskeln, die Augen öffnen sich und rollen, und es sagt wirklich 'Mutter'."

Dune ist David Lynchs erster Spielfilm in Farbe. Der Regisseur: "Ich hätte Dune liebend gern in Schwarzweiß gedreht, aber vom Sujet her ist es ganz klar ein Farbfilm. Es hätte mich allerdings begeistert, wenigstens einige Teile des Films in Schwarzweiß zu drehen."

Nach Abschluß der strapaziösen Dreharbeiten Ende Januar 1984 mag David Lynch noch geglaubt haben, seinen Zielen und Vorstellungen recht nahe gekommen zu sein. Dune hatte mit seinen 70 Hauptmotiven, 39 Sprechrollen, 4000 Kostümen und einem Stab von 600 Personen 52 Millionen Dollar verschlungen, sieben Millionen Dollar mehr, als zu Beginn ausgerechnet worden war. Dreiviertel aller Einstellungen des Films verlangten eine optische Nachbearbeitung an den Tricktischen. Beim Schnitt stellte sich dann heraus, daß der Film trotz der Kürzungen im Drehbuchstadium immer noch viel zu lang geraten war. Eine Sequenz nach der anderen verschwand aus dem Film, andere Rollen wurden so zurechtgestutzt, daß kaum mehr etwas von ihnen übrigblieb, und selbst die politische Heirat Pauls mit Prinzessin Irulan bleibt am Ende unerwähnt, so daß völlig unverständlich bleibt, wieso ausgerechnet der Prinzessin die Erzählerrolle zukommt. Die so entstandenen Löcher in der Handlung wurden notdürftig gestopft, indem entweder die Prinzessin aus dem Off etwas erklärt oder die Gedankenstimme der gerade handelnden Person zu hören ist: die schwerfälligste und unfilmischste aller Lösungen. Trotz dieses Gemetzels im Schneideraum, gegen das sämtliche Kämpfe auf Arrakis nur harmlose Scharmützel sind, mochte Lynch sich anscheinend immer noch nicht eingestehen, daß seine Schlacht um Dune längst verloren war. Im Winter 1984/85, als die ersten Verrisse in den USA schon erschienen waren, begleitete er den Film noch gemeinsam mit Raffaella De Laurentiis mutig und loyal auf eine Promotion-Tour durch Europa.

Dune wirkt wie ein Konglomerat aus nahezu allen bekannten Kinogenres, wie ein Science-fiction-Film aus dem Mittelalter, ein futuristisches Kostümepos, ein melodramatisches Leinwandabenteuer, ein farbenprächtiger Sagen-und-Monster-Film, der Star Wars-Trilogie und deren christlich-religiösem Überbau ebenso verwandt wie dem Heldenpathos einer Nibelungen-Verfilmung. "An seinen besten Stellen erinnert Dune an die barocke Parodie eines Monumentalfilms, etwa so, als habe Leni Riefenstahl sich nach Besichtigung von Eraserhead dazu entschlossen, unter dem Einfluß bewußtseinsverändernder Drogen ein Remake von El Cid zu drehen" (Sean Franch).

Kyle MacLachlan, der 24jährige Hauptdarsteller, den Lynch am Theater in Seattle für die Hauptrolle in Dune entdeckt hatte, war von De Laurentiis für insgesamt fünf Dune-Filme unter Vertrag genommen worden, und Lynch hatte noch während der Schnittphase von Dune mit dem Drehbuch zu Dune Messiah begonnen - zwei Indizien dafür, wie unerschütterlich der Glaube der Dune-Macher gewesen sein muß, hier einen der ganz großen Kassenerfolge der Saison produziert zu haben. Die Wirklichkeit sah anders aus: Der barocke Dune konnte gegen die glatten Oberflächenreize der Star Wars-Konkurrenz nichts ausrichten, die Kritiker reagierten höhnisch bis bösartig, und kaum jemand konnte sich den Kalauer verkneifen, Lynch habe Frank Herberts Wüsten-Epos "in den Sand gesetzt". Der Regisseur, so schien es, hatte das Ansehen, das er sich mit The Elephant Man verschafft hatte, mit einem Schlage verspielt.

"Ich hatte Dune nicht im Griff", kommentierte Lynch später aus der Rückschau seine Dune-Erfahrung. "Ich machte den Film für die Produzenten, nicht für mich selbst. Deshalb ist das Recht auf dem Final Cut so wichtig. Nur eine Person kann der Filter für das Ganze sein. Ich glaube, daß wir alle im Leben unsere Lektionen zu lernen haben. Aber dreieinhalb Jahre, um diese Lektion zu lernen, das war einfach zu lang." Was Lynch an Dune vor allem interessiert hatte, waren die abstrakten Dinge, die Poesie. Und genau das blieb als erstes auf der Strecke. Lynch: "George Lucas hatte mich gewarnt. Er hielt Dune für unverfilmbar." Trotz allem hat Lynch diese Erfahrung nicht bedauert: "Es gibt viele Dinge in Dune, die mir sehr gut gefallen."

Womit er vor allem meint: viele Dinge, die gedreht, aber nicht verwendet wurden. Wie sehr David Lynch auch weiterhin an dem Stoff hing, zeigte sich, als er im September 1986 die ernsthafte Absicht äußerte, für die Videoauswertung eine vierstündige Dune-Fassung herzustellen, die sich von der Kinoversion radikal unterscheiden sollte: "Ich würde den Film gern mehr zu einer Art langem Gedicht machen, ihn ruhig an vielen Stellen abstrakt lassen, ohne erklärenden Dialog, und viel mehr auf Stimmungen achten."

Ende 1987 beschloß man bei der Universal-Schwesterfirma MCA-TV, die bevorstehende Fernsehausstrahlung von Dune zum Anlaß zu nehmen, dem Publikum eine expandierte Version anzubieten. Harry Tatleman von der Abteilung Sonderprojekte bei MCA-TV wurde damit beauftragt, eine 187 Minuten lange Fassung zu erstellen, die an zwei Abenden ausgestrahlt werden sollte. Tatleman nahm mit dem Regisseur Kontakt auf, aber Lynch war gerade mit anderen Projekten beschäftigt und stand für den Job nicht zur Verfügung. Also mußte Tatleman allein ans Werk gehen. Er sichtete alles gedrehte Material und beschloß, die Kinofassung nicht einfach nur zu ergänzen (womit er mit Sicherheit besser beraten gewesen wäre), sondern den Film komplett neu zu schneiden. Das Ergebnis, das im Mai 1988 über die amerikanischen Bildschirme flimmerte, enthielt 50 Minuten an bislang nicht gesehenem Material, aber dafür wurden einige der drastischeren Szenen - wie zum Beispiel die zerquetschte Maus und Baron Harkonnens buchstäbliches Vernaschen des Knaben - entfernt, da man glaubte, das Fernsehpublikum davor bewahren zu müssen. Das mag der Grund dafür gewesen sein, daß sich Lynch von dieser Fassung distanzierte: Im Vorspann des TV-Dune konnte man statt seines Namens die Pseudonyme Judas Booth (Drehbuch) und Alan Smithee (Regie) lesen.

Die Chance, irgendwann doch noch einmal David Lynchs Wunschfassung von Dune zu sehen, ist nach der lieblosen und übereilten Verarbeitung des Materials durch MCA-TV natürlich nicht mehr sehr groß. Aber wer weiß: Vor kurzem hat Ridley Scott eine neue - und wie er sagt: die eigentliche - Fassung seines Blade Runner abgeliefert, und James Cameron hat seinen Aliens für die Videoauswertung ebenso um einiges verlängert wie Coppola seinen Godfather Part III. Da das nicht benutzte Material von Dune nach wie vor vorhanden ist, sollte man also die Hoffnung nicht aufgeben, daß es eines Tages auch von diesem Film den director's cut geben und der Torso vervollständigt wird.

Dune (Der Wüstenplanet)

1984

Regie: David Lynch. Buch: David Lynch (nach dem Roman von Frank Herbert). Photographische Leitung: Freddie Francis. Spezielle photographische Effekte: Barry Nolan. Zusätzliche visuelle Effekte: Albert J. Whitlock. Leitung der zusätzlichen Kamerateams: James Devis, Frederick Elmes, Gerry Turpin. Musik: Toto (David Paich, Jeff Porcaro, Steve Lukather, Steve Porcaro, Mike Porcaro). Prophezeiungsthema: Brian Eno, Daniel Lanois, Roger Eno. Zusätzliche Musik: Marty Paich. Zusätzliche Orchestrierung: Allyn Ferguson. Schnitt: Antony Gibbs. Produktionsdesign: Anthony Masters. Mechanische Spezialeffekte: Kit West. Phantasiefiguren: Carlo Rambaldi. Supervisor des Modellteams: Brian Smithies. Vordergrund-Miniaturen: Emilio Ruiz Del Rio. Bauten: Pierluigi Basile, Benjamin Fernandez. Ausstattung: Giorgio Desideri. Kostüme: Bob Ringwood. Ton: Nelson Stoll, Shep Lonsdale, Tom Knox. Tongestaltung: Alan Splet. Maske: Giannetto De Rossi. Regieassistenz: José Lopez Rodero. Kameraführung: Gordon Hayman, Chick Anstiss, Ken Worringham. Illustratoren: George Jensen, Mentor Huebner, Ron Miller. Tonassistenz: John Hauptas. Elektronische Spezialeffekte: John Hatt. Flugeffekte: John Stirber. Stuntkoordination: Richard Humphreys. Kampfszenen: Kiyoshi Yamazaki. Stunts: Will Harper, Tony Brubaker, Henri Kingi, Wayne Michaels, Dickie Beer. Technische Beratung: Gerald Green. Produktionspresse: Ann Strick. Casting: Jane Jenkins. Produktionsassistenz: Ginette Angosse, Leslie Werner, Sherrye Mossuto, Hester Hargett. Aufnahmeleitung: Juan Clemente. Herstellungsleitung: Golda Offenheim. Produktionsleitung: Anuar Badin, Vincente Escriva, Anselmo Parrinello. Koproduzent: José Lopez Rodero. Produzentin: Raffaella De Laurentiis. Produktion: Dino de Laurentiis Productions/Universal.

"Dieser Film ist Federico De Laurentiis gewidmet."

Darsteller (in alphabetischer Reihenfolge): Francesca Annis (Lady Jessica), Leonardo Cimino (Arzt des Barons), Brad Dourif (Piter De Vries), José Ferrer (Shaddam IV., Herrscher des Galaktischen Imperiums), Linda Hunt (Shadout Mapes), Freddie Jones (Thufir Hawat), Richard Jordan (Duncan Idaho), Kyle MacLachlan (Paul Atreides), Virginia Madsen (Prinzessin Irulan), Silvana Mangano (Ehrwürdige Mutter Ramallo), Everett McGill (Stilgar), Kenneth McMillan (Baron Vladimir Harkonnen), Jack Nance (Nefud), Sian Phillips (Ehrwürdige Mutter Gaius Helen Mohiam), Jürgen Prochnow (Fürst Leto Atreides), Paul Smith (Rabban), Patrick Stewart (Guerney Halleck), Sting (Feyd Rautha), Dean Stockwell (Dr. Wellington Yueh), Max von Sydow (Dr. Liet Kynes), Alicia Roanne Witt (Alia), Sean Young (Chani); Daniel Corkill (Fremen-Kind), Judd Omen (Jamis), Honorato Magalone, Molly Wryn, David Lynch.

Länge: 141 Minuten. Format: 70mm, Todd-AO (1:2,55), Farbe (Technicolor), Dolby-Stereo. Drehzeit: 30. März 1983 bis 27. Januar 1984. Mischung: 28. Mai bis 24. August 1984. Drehorte: Estudios Churubusco Azteca (Mexico City), Iztapalapa, Samalayuca Desert. Herstellungskosten: 52 Millionen Dollar. Uraufführung: Dezember 1984. Deutsche Erstaufführung: 14. Dezember 1984. Verleih: (Neue Constantin Film). Anmerkung: Im Mai 1988 strahlte das amerikanische Fernsehen eine 1987 Minuten lange Fassung von Dune aus, die zahlreiche bisher nicht gesehene Szenen enthielt und insgesamt ungeschnitten war. David Lynch mochte sich mit dieser Version, die ohne seine Mitwirkung angefertigt wurde, nicht identifizieren, so daß in den Titeln der TV-Fassung die Pseudonyme Judas Booth (Drehbuch) und Alan Smithee (Regie) genannt werden.

aus "David Lynch und seine Filme" von Robert Fischer, © Heyne Verlag