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Letztes Update: 05.06.2004 |
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Rankin, Robert "Die Größte Show jenseits der Welt" (Org. "The Greatest Show off Earth") |
7/10 Punkte
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Copyright: 1994 Verlag: Bastei Lübbe |
Erschienen: 1996 Übersetzer: Axel Merz |
Form: Taschenbuch Umfang: 363 Seiten |
ISBN: 3-404-24210-6 Preis: DM 10,00 |
Robert Rankin war mir bis dato kein Begriff - nach der Lektüre dieses Buches kann ich dem Klappentext aber nur zustimmen, wenn dieser von einer Einordnung zwischen Douglas Adams und Terry Prachett spricht.
Alles beginnt damit, daß Raymond und Simon (unsere "Helden") in ihrem Schrebergarten von Abdullah, dem fliegenden Seestern vom Uranus übrrascht werden. Raymond wird entführt, um den Speiseplan der venusianischen Bevölkerung zu bereichern, während der arme Simon zurückbleibt und so tut, als hätte er nichts gesehen. Doch auch für ihn wird das Leben kompliziert: Nicht genug, daß die Männer in Grau nach seinem Leben trachten, obendrein kommt auch noch eine terroristische Vereinigung namens B.A.S.T.E.I. (mich würde mal interessieren, wie die im Original hieß) ins Spiel, die hinter ihm und einem Buch aus der Zukunft her sind. Raymond konnte inzwischen aus der venusianischen Gefangenschaft entfliehen und traf (und zwar im wörtlichen Sinne) auf einen interplanetarischen Zirkus. Dessen Direktor - Professor Merlin - hat sich soeben dazu entschlossen, die Erde vor dem Untergang zu retten und ernennt kurzerhand Raymond zu seiner Ein-Mann-Armee. Das alles ist jedoch nur der Auftakt zu einer rasanten Story, die im Showdown auf einer Hühnerfarm (Heil Saat-Hahn!) und der Befreiung aller von Außerirdischen gefangen gehaltenen Staatsmännern endet. Außerdem erfährt man nebenbei auch einige nützliche "Wahrheiten" über die Geschichte der Erde und die fiesen Machenschaften der Aliens ...
Urteil: Wer weder an Adams noch an Pratchett Gefallen findet, braucht Rankin nicht einmal in die Hände zu nehmen - zu auffällig sind Parallelen in Charakteren und Stil: Vor allem durch Wort- bzw. Sprachakrobatik, abstruse Handlungselemente und running gags (etwas banaler könnte man sie auch "andauernde Wiederholungen" nennen) wird versucht, den Leser zu amüsieren. Erwähnenswert ist an dieser Stelle einzig die Selbstironie (die mir in dem Maße bei Adams & Co nicht auffiel): über logische Fehler wundert sich sogar der Protagonist und auch schlechte Witze werden von ihm nicht einfach so hingenommen. Auch die am Ende ziemlich vielgleisige Handlung sollte hier noch positiv hervorgehoben werden, denn sie macht ein Weglegen des Buches beinahe unmöglich.
Auch wenn ich von Hause aus nicht allzu empfänglich für diese Art Fun-SF bin, war "Die Größte Show jenseits der Welt" doch für einige Grinser wert ... als entspannende Unterhaltung für zwischendurch allemal zu empfehlen, einen Vergleich mit Adams oder Pratchett hält es allemal stand. (Was keine allzu große Kunst ist, denn Autoren dieses Sub-Genres haben es meiner Meinung nach verhältnismäßig leicht.) (of)
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Robinson, Kim Stanley Mars-Trilogie 1/3 - "Roter Mars" (Org. "Red Mars") |
4/10 Punkte
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Copyright: 1993 Verlag: Heyne |
Erschienen: August 1997 Übersetzer: Winfried Petri |
Form: Hardcoverchen Umfang: 797 Seiten |
ISBN: 3-453-09428-X Preis: DM 24,90 |
| Nebula Award 1993 |
Nachdem die wohl bis jetzt umfangreichste Trilogie über die Kolonisation des Mars mit Dutzenden von Auszeichnungen überschüttet wurde, ging ich mit großen Erwartungen an diesen ersten Band (gefolgt von "Grüner Mars" und "Blauer Mars").
Nach einem ersten Kapitel, das zeitlich im letzten Drittel des Buches einzuordnen ist, erhascht der Leser schon einen Vorgeschmack auf die späteren Probleme der Kolonisten, ist aber doch eher verwirrt aufgrund der fehlenden Hintergründe. Danach aber hält sich Robinson an die Zeitlinie und beginnt seine Erzählung mit der strengen Auswahl der ersten Kolonisten, den "Ersten Hundert". Unter der Führung der Vereinten Nationen sollen diese Hundert - allesamt Wissenschaftler, führend auf ihrem Gebiet - zum Mars fliegen und dort den Grundstein für eine menschliche Zivilisation legen. Doch schon auf dem Weg dorthin beginnen die Probleme, vor allem bedingt durch das enge Beieinanderleben und die langen Perioden des Nichtstuns.
Als dann endlich der Mars erreicht ist, hebt sich die Stimmung schlagartig. Jeder hat seine Aufgabe und emsig wird versucht, mit Hilfe der in den Jahren zuvor zum Mars gebrachten Werkzeuge und Maschinen, eine erste Unterkunft zu errichten. Auch dem Autor merkt man an, daß jetzt seine wahre Leidenschaft durchbricht: Landschaftsbeschreibungen. Diese werden den geneigten Leser auf den nächsten 700 Seiten auf Schritt und Tritt verfolgen, und man bekommt den Eindruck, Robinson hätte schon Jahrzehnte dort oben verbracht, so detailliert und wirklichkeitstreu schildert er die Umgebung. Dieser Realismus ist nebenbei bemerkt einer der charakteristischten Punkte am "Roten Mars", alle Lösungen und Entdeckungen sind durchaus realistisch - sogar der mit dem Mars durch ein 37.000 km langes Diamantkabel verbundene Asteroid, der als orbitaler Aufzug fungiert, ist bestimmt theoretisch denkbar. Doch dieser Realismus ist auch einer der Schwächen des Buches, denn jedenfalls mir gehen die Landschafsbeschreibungen gehörig auf die Nerven, wenn sie beinahe ein Drittel des Buchs in Anspruch nehmen. Auch die stellenweise an Dissertationen (Beispielsweise über Gentechnik) erinnernde Monologe/Dialoge sind ein Teil des Realismus' (bzw. des Hard-SF-Charakters), der meiner Meinung nach total überflüssig ist.
Aber zurück zur Handlung des Buches. Die Kolonisten sind also gelandet und alle sind glücklich. Doch schnell stellen sie fest, daß sie gegensätzliche Vorstellungen über die weitere Vorgehensweise haben. Die einen vertreten die Position der "Terraformer", die durch eine möglichst schnelle Umwandlung des Mars einen Planeten mit erdähnlichen Zuständen schaffen wollen. Diesen entgegen stehen die "Roten", die einen zvilisatorischen Eingriff der Menschen unter allen Umständen so gering wie möglich halten wollen. Auch über die Frage, ob die Pläne der UNOMA (so der Name der zuständigen UN-Behörde) zum Aufbau einer Kolonie befolgt werden sollen, oder aber eigene Pläne erstellt werden sollen (mit dem Ziel, eine Welt zu schaffen, auf der die früheren Fehler der Menschheit vermieden werden), brechen heftige Diskussionen aus.
Diese Diskussionen führen unweigerlich zu mehr gegen- als miteinanderarbeitenden Gruppierungen, doch der "große Plan", die Errichtung einer Kolonie wird unweigerlich vorangetrieben. Bessere Werkstoffe können aus den vorhandenen Rohstoffen gewonnen werden, mit steigender Erfahrung verbessert sich auch stetig die Lebensqualität der Kolonisten. Von der Erde kommen - zuerst spärlich, doch durch bessere Infrastruktur und Lebensbedingungen immer häufiger - Kolonisten anderer Nationalität (die "Ersten Hundert" waren größtenteils Russen und Amerikaner), teilweise von Ländern, die in Wirklichkeit in der Hand mächtiger transnationalen Konzerne sind. Diese haben erkannt, daß mit dem Mars ein nahezu unerschöpfliches Rohstoffvorkommen in ihre Reichweite gekommen ist, und sie setzen alles daran, ein großes Stück von diesem Kuchen zu bekommen.
All dies wird aus der Perspektive einiger Protagonisten geschildert, den wichtigsten der "Ersten Hundert": Aus ihrer Sicht erlebt der Leser die politischen Geschehnisse, die sozialen Spannungen und die Beziehung der Kolonisten untereinander. Doch auch bei diesen zwischenmenschlichen Szenen will nicht so richtig Lust am Lesen aufkommen. Es macht sich schnell Langeweile breit und diese wird nur durch kurze Passagen unterbrochen, wobei es Robinson meisterhaft versteht, den ursprünglichen Zustand schnellstens wieder herzustellen.
Urteil: Ich frage mich wirklich, was an dem Buch preiswürdig ist. Inhaltlich wirklich interessant, doch in der Ausführung mangelt es dem Autor an der Fähigkeit, den Leser zu fesseln. Ich konnte keinerlei Beziehung bzw. Identifikation mit den Charakteren aufbauen, ihre Denkweise blieb mir verschlossen. Hoffentlich halten wenigstens die Folgebände, was sie versprechen, denn aufgrund der vielen Vorschußlorbeeren war die Enttäuschung umso größer. (of)
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Russell, Mary Doria "The Sparrow" (Dt. "Sperling") |
7/10 Punkte
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Copyright: 1996 Verlag: Black Swan |
Erschienen: 1998 Übersetzer: n.a. |
Form: Taschenbuch Umfang: 506 Seiten |
ISBN: 0-552-99777-3 Preis: £ 6,99 |
Der Empfang von außerirdischen Signalen durch eines der großen Radioteleskope - dieser Plot erfreut sich in den letzten Jahren immer größerer Beliebtheit, und auch Mary Doria Russell hat sich in ihrem Erstlingswerk an diesem Thema versucht. Doch schon nach wenigen Seiten wird klar, das man es hier nicht nur mit einer bloßen Nacherzählung von "Contact" zu tun hat.
Am Auffälligsten ist wohl die Wahl der Charaktere, größtenteils Jesuiten-Priester sind es, die sich in einem umgebauten Asteroiden auf den Weg zum Ursprung der rätselhaften Signale machen - während sich die Regierungen und multinationalen Organisationen noch über die weitere Vorgehensweise streiten, plant die Glaubensgemeinschaft im Geheimen bereits die Mission. Als Repräsentanten der Menschheit werden just der Entdecker der Signale und seine Freunde ausgewählt, die alle erforderlichen Fähigkeiten in sich vereinen und sich zudem auch über längere Zeit ertragen können. Wer hier schon die konstruierte Handlung kritisieren will, wird schnell aller Argumente beraubt: Deus vult - Gottes Wille - ist für die mitreisenden Priester ein Allzweckmittel, mit dem sich so ziemlich alles begründen lässt. Aber "The Sparrow" ist beileibe kein Buch, das einem stets den moralischen bzw. christlichen Zeigefinger vor Augen hält. Vielmehr werden die meisten der Jesuiten, allen voran der Protagonist Emilio Sandoz, als aufgeschlossen und modern dargestellt, die dann auch mal die guten Absichten ihres Gottes in Frage stellen dürfen.
Die Einstellung Emilios zu Gott und sich selbst ist das im Grunde wichtigste Handlungselement: Als Linguist mit der Fähigkeit ausgestattet, fremde Sprachen im kürzester Zeit in sich aufzusaugen, kommt ihm als Dolmetscher der Kontaktgruppe eine besondere Verantwortung zu. Umso entsetzter ist man auf der Erde, als er als einziger Überlebender der Mission zur Erde zurück kehrt, verstümmelt und sowohl physisch als auch psychisch vergewaltigt - ein gebrochener Mann.
Urteil: Zugegeben, Russell hätte stellenweise ruhig etwas mehr Fahrt aufnehmen und dem leicht dahin dümpelnden Mittelteil etwas mehr Tempo gönnen dürfen. Doch nichts desto trotz ist ihr mit diesem Roman ein erfreuliches Debüt gelungen, das als Stärke einen fantasievollen Plot aufzuweisen hat, aber gleichzeitig sowohl stilistisch als auch inhaltlich noch genügend Spielraum für eine Steigerung lässt - man darf sich gespannt der bereits erschienen Fortsetzung "Children of God" zuwenden. (of)
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Russo, Richard Paul "Engel der Zerstörung" (Org. "Destroying Angel") |
3/10 Punkte
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Copyright: 1992 Verlag: Heyne |
Erschienen: 1999 Übersetzer: Walter Brumm |
Form: Taschenbuch Umfang: 301 Seiten |
ISBN: 3-453-14891- Preis: DM 14,90 |
....monarch to the kingdom of the dead. Aber das war ein anderer Todesengel. Hier zieht ein Verrückter durch die Straßen San Franciscos im frühen 21. Jahrhundert und bringt alles um, was seiner Meinung nach unvollkommen ist.
In einer Metropole, in der das Leben weder Lebensqualität noch Wert hat, hat man mit so einem Anspruch viel zu tun, aber das schreckt diesen Todesengel nicht ab. Sein Gegenspieler ist ein Ex-Cop, der sowohl den physischen wie auch psychischen Belastungen nicht mehr gewachsen war, und seinen Dienst quittierte. Als die bestialischen Morde, die er bereits vor Jahren untersuchte, von neuem beginnen, heftet er sich erneut an die Fersen des Verrückten, der seinen Opfern Ketten in die Haut brennt und Engelsflügel auf die Nasen tätowiert. Sein bester Hinweis in dem Asphaltdschungel ist ein halbwüchsiges Straßenmädchen, die den Mörder als einzige gesehen hat und noch davon erzählen kann. Allerdings ist die beinahe so schwer zu finden wie der Mörder selbst. Um die ganze Sache endlich unappetitlich zu machen, trachten einige alte Feinde unserem wackeren Streiter für Recht und Ordnung nach dem Leben (was diesen nicht sehr erfreut, denn er hat nur eins). So landet er doch wieder in diesem Sumpf aus Gewalt, Drogen und menschlichem Abfall, den er bereits verlassen zu haben glaubte.
Anmerkung: Ich könnte an dieser Stell meine berechtigten Zweifel an dem literarischen Niveau dieser Veröffentlichung äußern, aber nach meiner Erfahrung interessiert das eh kein Schwein. Der Hauptgrund, für die Meisten jedenfalls, ein Buch zu lesen, ist möglichst seichte Unterhaltung zu konsumieren. Intentionen oder Stilmittel sind da eher störend. Da geht's dann halt mehr um plakative Beschreibung des Settings, ein paar Charaktere, die so eindimensional wie möglich gehalten werden ( Der Cop, Tanner, könnte aus jedem beliebigen Bilig-Krimi stammen). Jetzt soll keiner getroffen aufschreien, ich hab lediglich gesagt: die Meisten. Es steht jedem frei, sich dennoch zur Elite zu zählen. Die Verkaufszahlen sprechen leider eine sehr deutliche Sprache, die das Gegenteil behauptet.
So, genug Beleidigungen für einen Tag. Jeder der `nen Comic ohne Bilder lesen will, der auf Cyberpunk-Welten steht und der an dem Film: "Sieben" die Atmosphäre toll fand, kann sich mal 2-3 Stunden durch dieses Heftchen schmökern. Wer lieber was Vernünftiges machen möchte, soll ein paar Briefe an Verlage schreiben, damit sie von Victor Kelleher "Das Tier des Himmels" endlich neu auflegen. (cp)